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Ratgeber · Aktualisiert nach ÖGK-Reform Mai 2026

Was zahlt die Krankenkasse beim Zahnarzt 2026? ÖGK, BVAEB, SVS und KFA Wien im Detail

Die ehrliche Antwort: Bei Vorsorge wenig, bei Zahnersatz seit Mai 2026 weniger als zuvor. Bei Implantaten gar nichts. Hier die Details für alle vier großen Kassen — mit Selbstbehalt-Sätzen, Erstattungs-Tabellen und konkreten Rechenbeispielen.

7 Minuten Lesezeit Stand 12. Mai 2026 Autor: Michael Fabisiak
Direkte Antwort

Was zahlt die Krankenkasse beim Zahnarzt?

Bei einfachen Füllungen und Wurzelbehandlungen zahlt die Krankenkasse den Tarif. Bei Mundhygiene für Erwachsene zahlt sie 0 € (Ausnahme KFA Wien). Bei Zahnersatz gilt ab 1. Mai 2026 ein ÖGK-Selbstbehalt von 30 % (20 % für rezeptgebührenbefreite). Bei Implantaten zahlt nur die BVAEB einen Zuschuss von maximal 350 €. Die SVS gewährt 250 € pro Zahn bei festsitzendem Zahnersatz — aber nur mit Mundhygiene-Nachweis.

ÖGK — die größte Krankenkasse mit Reform ab Mai 2026

In der ÖGK sind rund 7,5 Millionen Menschen versichert — Arbeiter, Angestellte, Pensionisten, Angehörige. Hier hat sich 2026 am meisten verändert.

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Neu ab 1. Mai 2026

Der Selbstbehalt beim Zahnersatz steigt von 25 % auf 30 % der Tarifkosten. 20 % gelten nur für Personen, die wegen sozialer Schutzbedürftigkeit von der Rezeptgebühr befreit sind. Heißt konkret: Eine Krone, die nach ÖGK-Tarif 888 € kostet, hat einen Selbstbehalt von 266 € — vorher 222 €.

Was die ÖGK 2026 konkret zahlt

Rechenbeispiel ÖGK ab Mai 2026: Krone

PositionBetrag
ÖGK-Tarif Vollkeramik-Krone888 €
ÖGK übernimmt (70 %)622 €
Selbstbehalt (30 %)266 €
Real-Rechnung Praxis (z.B. Wien)1.300 €
Restkosten zu tragen678 €

Heißt: Auch nach ÖGK-Zuschuss bleiben Sie auf 600–800 € für eine einzige Krone sitzen — je nach Praxis-Honorar.

BVAEB — Beamte, Eisenbahn, Bergbau

Die BVAEB ist die einzige große Krankenkasse, die Implantate teilweise erstattet. Außerdem hat sie eigene Zahnambulatorien in zehn österreichischen Städten.

Was die BVAEB 2026 konkret zahlt

BVAEB-Zahnambulatorien

Die BVAEB betreibt eigene Zahnambulatorien in Wien, St. Pölten, Linz, Salzburg, Feldkirch, Innsbruck, Graz, Trieben, Eisenerz und Villach. Behandlungen dort sind oft günstiger oder kostenfrei — die Wartezeiten können aber länger sein als bei niedergelassenen Vertragszahnärzten.

SVS — Selbständige, Gewerbetreibende, Bauern

Selbständige, Unternehmer und Landwirte sind bei der SVS pflichtversichert. Hier gibt es einen Trick, den die meisten nicht kennen.

Der SVS-Trick: 250 € pro Zahn — nur mit Mundhygiene

Die SVS gewährt einen freiwilligen Zuschuss von 250 € pro Zahn bei festsitzendem Zahnersatz (Brücke, Stift, Krone) — Voraussetzung: In den drei Kalenderjahren vor der Behandlung muss mindestens eine Mundhygiene-Sitzung dokumentiert sein. Wer das weiß und konsequent eine Mundhygiene pro Jahr macht, sichert sich 250 € pro behandeltem Zahn.

KFA Wien — die einzige Kasse mit Mundhygiene für Erwachsene

Bedienstete der Stadt Wien sind in der KFA Wien versichert. Sie unterscheidet sich von der ÖGK vor allem in einem Punkt: dem Pilotprojekt zur Mundhygiene.

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Pilotprojekt April 2025 bis März 2027

Erwachsene KFA-Wien-Mitglieder haben Anspruch auf eine professionelle Mundhygiene pro Kalenderjahr. Tarif: 115 €, KFA zahlt 92 €, Eigenanteil/Selbstbehalt: 23 €. Bei festsitzender Zahnspange: zwei Sitzungen pro Jahr. Verlängerungs-Gespräche ab Herbst 2026.

Was die Kasse nicht zahlt, deckt die Versicherung

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Vergleichstabelle: Alle 4 Kassen 2026 auf einen Blick

Kurz gesagt: Bei Mundhygiene ist die KFA Wien Spitze, bei Implantaten die BVAEB, bei Brücken/Kronen die SVS mit dem Mundhygiene-Trick, bei der Spange für Schweregrad 3 wieder die BVAEB.

LeistungÖGKBVAEBSVSKFA Wien
Mundhygiene Erwachsene0 €nur eigene Ambulatorien0 €1×/Jahr, 23 € Selbstbehalt
Mundhygiene Kinder 10–181×/Jahr2×/Jahr1×/Jahr1×/Jahr
Vollkeramik-Krone70 % Tarif (Mai 2026)90 %, max. 200 €250 € pro Zahnnach Tarif
Implantat0 €90 %, max. 350 €0 €0 €
Zahnspange Schweregrad 4–5vollständigvollständigvollständigvollständig
Zahnspange Schweregrad 30 €bis 3.500 €0 €0 €

Häufige Fragen

Was zahlt die ÖGK ab Mai 2026 beim Zahnersatz?

Die ÖGK übernimmt 70 % der tariflichen Kosten. Der Selbstbehalt beträgt 30 %. Für Personen, die wegen sozialer Schutzbedürftigkeit von der Rezeptgebühr befreit sind, bleibt der Selbstbehalt bei 20 %.

Warum zahlt die Krankenkasse keine Mundhygiene für Erwachsene?

Die professionelle Mundhygiene gilt in Österreich offiziell als Privatleistung — keine medizinische Notwendigkeit, sondern Vorsorge. Ausnahme: KFA Wien zahlt seit April 2025 im Pilotprojekt einmal pro Jahr. Kinder zwischen 10 und 18 Jahren bekommen die Mundhygiene flächendeckend einmal pro Jahr erstattet.

Was ist mit der Zahnzusatzversicherung?

Eine private Zahnzusatzversicherung schließt die Lücke zwischen Kassen-Leistung und tatsächlichen Zahnarztkosten. Ein Implantat, das die Kasse nicht zahlt, wird mit 90 % bis zum Jahreslimit erstattet. Eine Mundhygiene wird mit 100 % bis zum Vorsorge-Limit übernommen. Mehr dazu im Komplett-Guide.

Kann ich die Krankenkasse wechseln, um bessere Leistungen zu bekommen?

Nein. In Österreich ist die Krankenkasse über die Erwerbstätigkeit zugeteilt. Wer als Angestellte:r in einem privaten Unternehmen arbeitet, ist in der ÖGK. Wer im Bundes- oder Landesdienst arbeitet, in der BVAEB. Selbständige in der SVS. Stadtbedienstete von Wien in der KFA Wien. Ein freier Wechsel ist nicht möglich.

Was zahlt die Krankenkasse bei einer Wurzelbehandlung?

Die Krankenkasse zahlt einen Teil-Tarif bei Wurzelbehandlungen — abhängig davon, ob der Zahn als erhaltungswürdig eingestuft wird und ob die Behandlung sichere Erfolgsaussichten hat. In der Praxis bleiben oft 200–1.300 € Restkosten beim Patienten — vor allem bei mehrkanaligen Behandlungen unter dem OP-Mikroskop.

Warum erhöht die ÖGK ab Mai 2026 den Selbstbehalt?

Die ÖGK begründet die Selbstbehalt-Erhöhung mit finanziellen Herausforderungen und Sparmaßnahmen. Auch andere Leistungen wurden eingeschränkt: Seit März 2026 ist die Kostenübernahme bei Zahnregulierungen reduziert, ebenso bei Parodontose-Therapien. Kritisiert wird, dass die Versicherten darüber nicht aktiv informiert wurden.

MF
Michael Fabisiak
Spezialist für Zahnzusatzversicherung · zahn-vorsorge.at · GISA 37489939

Quellen: ÖGK Zahnbehandlung · BVAEB Zahnbehandlung & Mundhygiene · SVS Zahnersatz · KFA Wien Zahngesundheit · ORF: ÖGK-Reform 2026. Stand: Mai 2026.

● Zuletzt geprüft am 12. Mai 2026 ●