Ratgeber · Stand Mai 2026

All-on-4 Kosten in Österreich 2026: Was die Festzähne wirklich kosten

Meist 8.000 € bis 18.000 € pro Kiefer, je nach Material, Aufwand und Praxis (Stand Mai 2026). Die Krankenkassen leisten wenig bis nichts. Was die Zahnzusatzversicherung im Rahmen ihrer Bedingungen übernimmt und warum der Vertrag vor Behandlungsbeginn stehen sollte.

7 Minuten Lesezeit Stand 31. Juli 2026 Geprüft am 31. Juli 2026 Autor: Michael Fabisiak
Direkte Antwort

Was kostet All-on-4 in Österreich?

All-on-4 kostet in Österreich meist 8.000 € bis 18.000 € pro Kiefer, je nach Material, Aufwand, Praxis und Region (Stand Mai 2026). Beide Kiefer liegen damit bei 16.000 € bis 36.000 €. ÖGK, SVS und KFA Wien sehen dafür keinen Zuschuss vor. Die BVAEB ersetzt nach ihren Bedingungen 80 % der tatsächlichen Kosten, höchstens 350 € pro Implantat, also bis zu 1.400 € bei vier Implantaten, und verlangt die Bewilligung vor der OP. Weil ÖGK, SVS und KFA Wien nichts dazuzahlen, erstattet das Allianz Optimum-Paket dort 90 % der Rechnung, begrenzt durch das Jahreslimit von höchstens 3.750 € ab dem 5. Kalenderjahr. Mit einem BVAEB-Zuschuss sind es 100 % der Restkosten, ebenfalls bis zum Jahreslimit. Maßgeblich sind die Versicherungsbedingungen und Ihr Vertrag. Wichtig: Bereits geplante oder laufende Behandlungen sind nach den Annahmerichtlinien nicht versicherbar, der Vertrag muss vorher bestehen.

Was All-on-4 in Österreich kostet. Preisspanne je Kiefer. Diagramm von zahn-vorsorge.at, Stand Mai 2026.
Was All-on-4 in Österreich kostet: Preisspanne je Kiefer. Richtwerte für Österreich, Stand Mai 2026, keine verbindlichen Preise. Darstellung: zahn-vorsorge.at

Was ist All-on-4, und für wen passt es?

All-on-4 ist eine Methode, mit der ein kompletter zahnloser Kiefer auf nur 4 Implantaten festsitzend versorgt wird. Statt einer herausnehmbaren Prothese bekommen Patienten eine festsitzende Brücke, die wie eigene Zähne aussieht und funktioniert.

Die Technik in einem Satz

Vier Titan-Implantate pro Kiefer (zwei vorne gerade, zwei hinten schräg in den stabilen vorderen Kieferknochen gesetzt) tragen eine festsitzende Brücke mit 10 bis 14 Zähnen. Die schräge Setzung der hinteren Implantate ist der Trick der Methode: Damit wird der Bereich umgangen, in dem normalerweise ein Knochenaufbau nötig wäre.

Vergleich: All-on-4 vs. Alternativen

Bei einem zahnlosen oder fast zahnlosen Kiefer gibt es drei realistische Wege:

Für wen ist All-on-4 die richtige Lösung?

Typische Kandidaten sind Menschen ab 55 Jahren mit:

Vorteile und Grenzen

Vorteile: festsitzende Versorgung ohne Haftmittel, oft provisorische Versorgung am OP-Tag, häufig ohne zusätzlichen Knochenaufbau, im Vergleich zur herausnehmbaren Prothese meist bessere Kaufunktion. Ob diese Vorteile in Ihrem Fall zutreffen, klärt die zahnärztliche Untersuchung.

Grenzen: Erfordert ausreichend Kieferknochen im Frontbereich (Voruntersuchung mit 3D-Röntgen klärt das). OP unter Sedierung oder Vollnarkose. Höhere Anforderungen an Mundhygiene als bei eigenen Zähnen. Geht ein Implantat verloren, muss die Versorgung überprüft und meist repariert werden. Das ist möglich, aber aufwendig.

All-on-4 Kosten im Detail

Die Endsumme einer All-on-4-Behandlung setzt sich aus mehreren Positionen zusammen. Der Hauptpreistreiber ist das Material der finalen Brücke: Acryl-Composite ist günstig, Zirkon oder Vollkeramik liegen deutlich höher. Alle Beträge sind Richtwerte aus einer Marktrecherche (Stand Mai 2026) und keine verbindlichen Preise. Das Honorar wird zwischen Praxis und Patient frei vereinbart, verbindlich ist der Heil- und Kostenplan Ihrer Praxis.

All-on-4 pro Kiefer: Preisspanne je Kostenposition von 4 Titan-Implantaten bis Knochenaufbau, Richtwerte Stand Mai 2026
Position Preisspanne Erklärung
4 Implantate (Titan) 6.000–10.000 € vier Titan-Implantate inklusive chirurgischer Setzung
Brücke Acryl-Composite (Standard) 2.000–4.000 € günstigere Brückenvariante, Angaben zur Nutzungsdauer meist 7 bis 10 Jahre
Brücke Vollkeramik / Zirkon (Premium) 4.000–8.000 € hochwertige Variante, Angaben zur Nutzungsdauer meist 15 bis 20 Jahre, zahnähnliche Optik
3D-Röntgen, Planung 250–500 € DVT-Aufnahme, computergestützte OP-Planung
Operation, Anästhesie 500–1.500 € Sedierung oder Vollnarkose, Anästhesist
Optional: Knochenaufbau 1.000–3.000 € nur in einem Teil der Fälle nötig, das klärt die Voruntersuchung
Gesamtkosten pro Kiefer 8.000–18.000 €
Beide Kiefer (Ober- und Unterkiefer) 16.000–36.000 €

Wer beide Kiefer am selben Tag versorgen lässt, spart oft 10 bis 15 % gegenüber zwei getrennten OPs, weil Anästhesie, Planung und Praxisaufenthalt nur einmal anfallen.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Wie bei Einzelimplantaten ist auch All-on-4 in Wien und Salzburg im Schnitt 10–20 % teurer als in Graz, Linz oder St. Pölten. In Wien-Innen liegen Premium-Behandlungen mit Zirkon-Brücke nicht selten bei 16.000–18.000 € pro Kiefer. Auf dem Land sind dieselben Materialien oft schon ab 12.000–14.000 € verfügbar. Der Unterschied ist nicht die Qualität, sondern Miete, Personal und Praxis-Standard.

Was zahlt die Krankenkasse bei All-on-4?

Kurze Antwort: bei den meisten Kassen nichts. Lange Antwort:

All-on-4: Erstattung der 4 gesetzlichen Kassen ÖGK, SVS, BVAEB und KFA Wien mit Bedingungen, Stand Mai 2026
Krankenkasse Erstattung All-on-4 Bedingungen
ÖGK 0 € reine Privatleistung: Implantate gelten nicht als „unentbehrlicher Zahnersatz“
SVS 0 € kein Implantat-Zuschuss (250-€-Zuschuss gilt nur für klassische Brücken, Kronen)
BVAEB 80 %, max. 350 € pro Implantat bei 4 Implantaten also bis zu 1.400 €, Bewilligung vor OP erforderlich
KFA Wien 0 € reine Privatleistung

Selbst die BVAEB-Erstattung von maximal 1.400 € deckt bei einer 12.000-€-Behandlung nur etwa 12 % der Kosten. Wer All-on-4 braucht, zahlt in Österreich in der Regel den vollständigen Privatpreis selbst, abzüglich dessen, was die Zahnzusatzversicherung erstattet.

Hintergrund

Implantate und festsitzende Brücken auf Implantaten gelten in Österreich als „komfortable, aber nicht unentbehrliche Versorgung“. Die Krankenkasse zahlt nur das, was als „unentbehrlicher Zahnersatz“ gilt: die abnehmbare Vollprothese. Wer feste Zähne will, ist Privatpatient.

Was die Zahnzusatzversicherung Allianz erstattet

Der Erstattungssatz hängt davon ab, ob die Krankenkasse mitzahlt. Weil ÖGK, SVS und KFA Wien zu All-on-4 nichts dazuzahlen, sieht das Allianz Optimum-Paket hier 90 % der erstattungsfähigen Rechnung vor, begrenzt durch das jährliche Zahnersatz-Limit. Zahlt die Kasse einen Anteil dazu, wie die BVAEB mit bis zu 350 € pro Implantat, sind es 100 % der Restkosten, ebenfalls bis zum Limit. Das Limit steigt nach der Staffelung mit der Vertragsdauer. Maßgeblich sind die Versicherungsbedingungen und Ihr Vertrag.

All-on-4 Rechnung über 12.000 €: Erstattung und Eigenanteil nach Zahnersatz-Jahreslimit im Allianz Optimum, nach Kalenderjahr
Kalenderjahr Zahnersatz-Limit All-on-4 Rechnung 12.000 € Eigenanteil im Jahr
Jahr 1 + 2 1.250 €/Jahr Erstattung 1.250 € (Limit) 10.750 €
Jahr 3 + 4 2.500 €/Jahr Erstattung 2.500 € (Limit) 9.500 €
Ab Jahr 5 3.750 €/Jahr Erstattung 3.750 € (Limit) 8.250 €

Wichtig zu verstehen: Zuerst wird der Satz auf die Rechnung angewendet, danach wird auf das Jahreslimit gedeckelt. 90 % von 12.000 € wären 10.800 €, ausgezahlt wird höchstens das Jahreslimit. Bei einem Jahreslimit von 3.750 € bleibt im Behandlungsjahr ein Eigenanteil von 8.250 €.

Modellrechnung: Herr K., 60 Jahre, All-on-4 Oberkiefer

Allianz erstattet Ihr Eigenanteil
Ohne Zahnversicherung12.000 €
12.000 € zahlen Sie selbst
Mit dem größeren Paket, ab Jahr 512.000 €
3.750 €
Ihr Eigenanteil 8.250 €

Hier greift das Jahreslimit: 90 % von 12.000 € wären 10.800 €, ausgezahlt wird höchstens der Jahreshöchstbetrag von 3.750 €. Der Rest bleibt im Behandlungsjahr beim Patienten. Wird die Behandlung über zwei Kalenderjahre verteilt, steht das Limit zweimal zur Verfügung.

Herr K. hat das Optimum-Paket im Alter von 55 abgeschlossen, Monatsbeitrag 58,72 €. Mit 60 plant er All-on-4 für den Oberkiefer (12.000 €). Er ist im Kalenderjahr 5: volles Limit aktiv.

90 % von 12.000 € wären 10.800 €, ausgezahlt wird das Jahreslimit: Die Allianz erstattet im Behandlungsjahr 3.750 €. Herr K. zahlt im Behandlungsjahr 8.250 € aus eigener Tasche. Über 5 Jahre Versicherungsdauer hat er 3.523,20 € Beitrag gezahlt und bekommt für die All-on-4-Behandlung 3.750 € erstattet. Plus Vorsorge-Erstattungen (Mundhygiene, Zahnreinigung) in den 5 Jahren davor.

Behandlung auf mehrere Jahre verteilen

Bei All-on-4 kann es sinnvoll sein, die Behandlung über zwei Kalenderjahre zu verteilen, zum Beispiel den Oberkiefer im Dezember und den Unterkiefer im Jänner. Dann steht das Jahreslimit zweimal zur Verfügung, im Modellfall 3.750 € im einen und 3.750 € im anderen Jahr. Bei einer Behandlung beider Kiefer um 24.000 € sinkt der Eigenanteil rechnerisch von 20.250 € auf 16.500 €. Ob Ihr Jahreslimit an das Kalenderjahr oder an das Versicherungsjahr gebunden ist, steht in Ihrem Vertrag. Klären Sie das vorher. Über den medizinischen Ablauf entscheidet die behandelnde Praxis.

Sprechen Sie das vorab mit Ihrer behandelnden Praxis ab. Viele Implantologen sind bereit, die Behandlung entsprechend zu planen.

Modellrechnung. Tatsächliche Erstattung abhängig von Vertragsdauer und geltendem Jahreslimit. Maßgeblich sind die AVB der Allianz Elementar Versicherungs-AG.

Vor All-on-4: Optimum-Paket sichern

Wenn All-on-4 absehbar ist und Sie noch keine 66 sind, die Aufnahme ist von 0 bis 65 Jahren möglich, lohnt ein früher Abschluss. Mit zunehmender Vertragsdauer steigt das Erstattungslimit nach der Staffelung, bis zum jeweiligen Höchstbetrag.

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Wichtig: Der Vertrag muss vor der Behandlung bestehen

All-on-4 betrifft meist Menschen zwischen 55 und 70 Jahren. In diesem Alter wird der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung schwieriger. Nach den Annahmerichtlinien ist ein Neuzugang nur bis zu einer bestimmten Altersgrenze möglich, und bereits geplante Behandlungen sind vom Versicherungsschutz ausgenommen.

Die drei Hürden bei der Versicherung

  1. Eintrittsalter. Bei der Allianz ist eine Aufnahme von 0 bis 65 Jahren möglich, das Eintrittsalter 65 ist mit eigenen Prämienwerten in der Tabelle geführt (Basis 22,84 €, Optimum 64,71 € pro Monat, Stand Mai 2026). Da All-on-4 häufig erst zwischen 60 und 70 zum Thema wird, wirkt sich ein früher Abschluss über die Limit-Staffelung auf die spätere Erstattung aus.
  2. Bereits geplante Behandlungen sind ausgeschlossen. Wer schon einen Heil- und Kostenplan vom Zahnarzt für All-on-4 in der Schublade hat, kann diese Behandlung nicht mehr versichern. Die Zahnzusatzversicherung ist Vorsorge für die Zukunft, keine Erstattung für laufende Vorhaben.
  3. Stationäre Eingriffe sind ausgeschlossen. Stationäre Heilbehandlungen mit Übernachtung in Krankenanstalten sind nicht versichert. All-on-4 wird teils unter Vollnarkose und mit Übernachtung durchgeführt. Klären Sie deshalb vor der OP, ob der Eingriff ambulant erfolgen kann, sonst greift der Versicherungsschutz für diese Behandlung nicht. Quelle: Allianz Leistungsübersicht und Produktunterlagen, Stand Mai 2026.

Was bedeutet das praktisch?

Wer mit 55+ noch versicherbar ist und absehbar All-on-4 brauchen wird (locker sitzende Prothese, beginnender Zahnverlust, schlechter Knochen), sollte jetzt abschließen, nicht erst, wenn der Zahnarzt die OP konkret plant. Die Limit-Staffelung bei der Allianz braucht 5 Jahre, um das volle Erstattungslimit von 3.750 €/Jahr zu erreichen. Je früher der Vertrag steht, desto höher ist das Limit, das zum Behandlungszeitpunkt zur Verfügung steht.

Das Wichtigste

Zwei Faustregeln: Erstens: Der Vertrag sollte vor dem Heil- und Kostenplan bestehen, sonst ist die bereits geplante Behandlung nach den Bedingungen vom Schutz ausgenommen. Zweitens: Auch ein Abschluss mit 60 plus kann sich rechnen, weil die Limit-Staffelung ab Vertragsbeginn läuft. Rechnerisch am günstigsten ist ein Vorlauf von rund 5 Jahren vor der Behandlung.

Modellrechnung über 5 Jahre

Wie rechnet sich eine Zahnzusatzversicherung konkret, wenn man weiß: in einigen Jahren steht All-on-4 an?

Frau S., 58 Jahre, plant All-on-4 mit 63

Frau S. trägt seit 6 Jahren eine Vollprothese im Unterkiefer, die zunehmend locker sitzt. Mit 63 will sie auf All-on-4 umsteigen. Sie schließt mit 58 das Optimum-Paket bei der Allianz ab.

Modellfall Frau S., 58 Jahre: Beitrag über 5 Jahre, All-on-4 über 12.000 € mit 63 und Eigenanteil im Behandlungsjahr
Position Betrag Anmerkung
Monatsbeitrag mit 58 60,84 € Optimum-Paket bei Eintritt mit 58
Beitrag 5 Jahre gesamt 3.650,40 € 60,84 € × 60 Monate
All-on-4 Behandlung mit 63 12.000 € Standardbehandlung Unterkiefer
Erstattung im Behandlungsjahr (Jahr 5) 3.750 € volles Limit aktiv
Eigenanteil All-on-4 8.250 € 12.000 € − 3.750 €
Bilanz nach Behandlung Beitrag 3.650,40 € − Erstattung 3.750 € = −99,60 € (Modellrechnung, kein zugesagtes Ergebnis)

Dazu kommen die Erstattungen in den 5 Jahren davor: 100 % auf Vorsorge (Mundhygiene, Prophylaxe) bis 300 € pro Jahr. Bei Zahnerhalt (Füllungen, Wurzelbehandlungen) richtet sich der Satz danach, ob die Kasse mitzahlt: mit Kassenanteil 100 % der Restkosten, ohne Kassenanteil 90 % der Rechnung, jeweils bis zum Zahnerhalt-Limit. Wie hoch diese Erstattungen ausfallen, hängt davon ab, welche Leistungen tatsächlich in Anspruch genommen werden. Maßgeblich sind die Versicherungsbedingungen.

Modellrechnung. Tatsächliche Erstattung abhängig von Vertragsdauer und geltendem Jahreslimit. Maßgeblich sind die AVB der Allianz Elementar Versicherungs-AG.

All-on-4 vs. Alternative Behandlungen

Wenn ein Kiefer zahnlos oder fast zahnlos ist, gibt es vier Optionen. Hier der ehrliche Vergleich:

All-on-4 und 3 Alternativen: Preis pro Kiefer, Lebensdauer und Versicherbarkeit im Vergleich, Richtwerte Stand Mai 2026
Behandlung Preis pro Kiefer Lebensdauer Versicherbar?
All-on-4 8.000–18.000 € 15–20 Jahre ja, mit Jahres-Limit
6–8 Einzelimplantate 15.000–30.000 € 15–20 Jahre ja, mit Jahres-Limit
Festsitzende Brücke (Restzähne vorhanden) 3.000–6.000 € 10–15 Jahre ja, mit Kassenanteil 100 % der Restkosten bis zum Jahres-Limit
Totale Prothese 800–2.000 € 5–10 Jahre ja, teilweise von Kasse

Pro und Contra im Klartext

Zur Einordnung: Wer eine festsitzende Lösung sucht und mit einer abnehmbaren Prothese nicht zurechtkommt, findet in All-on-4 eine Möglichkeit mit höheren Anfangskosten. Wer mit einer Prothese gut zurechtkommt und auf das Budget achtet, fährt mit einer hochwertigen Totalprothese oft günstiger. Welche Versorgung medizinisch infrage kommt, entscheidet die zahnärztliche Untersuchung.

Häufige Fragen zu All-on-4

Wie lange dauert eine All-on-4 OP?

Die eigentliche Operation pro Kiefer dauert zwischen 2 und 4 Stunden, meist unter Sedierung oder Vollnarkose. Werden beide Kiefer am selben Tag versorgt, sind es 4 bis 6 Stunden. In vielen Praxen wird noch am OP-Tag eine provisorische, festsitzende Brücke auf die Implantate gesetzt. Ob das im Einzelfall möglich ist, entscheidet die behandelnde Praxis nach dem Befund.

Wie lange ist die Einheilzeit?

Die Implantate heilen 3 bis 6 Monate im Kieferknochen ein. In dieser Zeit wird die provisorische Brücke getragen, meist eine Acryl-Brücke, die leichter ist und die Implantate weniger belastet. Nach Abschluss der Einheilung wird die definitive Brücke (Zirkon oder Vollkeramik) angefertigt und verschraubt. Gesamtdauer vom ersten Termin bis zur finalen Versorgung: etwa 4 bis 7 Monate.

Wie lange hält All-on-4?

Für Implantate werden bei guter Mundhygiene und regelmäßiger Kontrolle üblicherweise Nutzungsdauern von 15 bis 20 Jahren genannt. Die aufliegende Brücke wird meist früher erneuert, je nach Material nach 10 bis 20 Jahren. Für Acryl-Composite-Brücken werden 7 bis 10 Jahre angegeben, für Vollkeramik- und Zirkon-Brücken 15 Jahre und mehr. Das sind Erfahrungswerte und keine Zusagen. Wie lange die Versorgung im Einzelfall hält, hängt von Befund, Pflege und Kontrolle ab.

Was passiert, wenn ein Implantat verloren geht?

Die Brücke ist auf vier Implantaten verankert. Geht ein Implantat verloren, kann sie je nach Situation weiter getragen werden, das beurteilt die behandelnde Praxis. Das verlorene Implantat wird in der Regel nachgesetzt, die Kosten liegen meist bei 1.500 bis 2.500 € (Stand Mai 2026). Studien nennen für Implantate Verlustquoten im einstelligen Prozentbereich über zehn Jahre, die Zahlen schwanken je nach Untersuchung und Ausgangslage. Für eine Nachimplantation ist eine Erstattung bis zum Jahreslimit vorgesehen, sofern der Vertrag durchgehend läuft und die Bedingungen erfüllt sind.

Wer macht All-on-4 in Österreich?

All-on-4 ist eine spezialisierte Behandlung, die nicht jede Zahnarzt-Praxis anbietet. Durchgeführt wird sie meist von Implantologen oder Oralchirurgen mit entsprechender Zusatzausbildung. Spezialisierte Zentren gibt es vor allem in Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Wichtig bei der Auswahl: Fragen Sie nach Fallzahlen (mindestens 50 dokumentierte All-on-4-Behandlungen), nach Garantieleistungen auf Implantat und Brücke, und nach Nachsorge-Konzept. Lassen Sie sich Vorher-Nachher-Fotos zeigen und holen Sie bei einer Investition über 10.000 € grundsätzlich eine Zweitmeinung ein.

MF
Michael Fabisiak
Spezialist für Zahnzusatzversicherung · Versicherungsagent bei Agentur Sturm GmbH · zahn-vorsorge.at · GISA 37489939 · LinkedIn

Quellen: ÖGK Zahnersatz · BVAEB Kostenersatz · SVS Zahnersatz. Stand: Mai 2026. Maßgeblich sind immer die Allianz-Versicherungsbedingungen und Ihr individueller Vertrag.

● Zuletzt geprüft am 31. Juli 2026 ●

Ehrlich gesagt

Liegt der Heil- und Kostenplan schon vor,
ist es für diesen Zahn zu spät.

Angeratene und laufende Behandlungen sind vom Schutz ausgenommen. Das steht so in den Bedingungen, und wir sagen es Ihnen lieber jetzt als nach dem Antrag.

Bei einer Versorgung dieser Größenordnung ist der Zug für diese Behandlung abgefahren. Für Partnerin, Partner und Kinder im selben Haushalt ist er es nicht.

Sie sind unsicher, wo Sie gerade stehen? Rufen Sie an. Wir sagen Ihnen in fünf Minuten, was eine Zahnzusatzversicherung in Ihrer Situation noch übernehmen würde. Und wenn die Antwort „nichts mehr“ lautet, sagen wir auch das.

Was medizinisch notwendig ist, entscheidet Ihre Praxis. Wir beurteilen ausschließlich den Versicherungsschutz. Kinder bis 18 zahlen einheitlich 14,60 € im Monat, Erwachsene starten bei 20,53 €. Beratung und Vermittlung kosten Sie nichts zusätzlich. Maßgeblich ist der beim Versicherer berechnete Beitrag.